Bei der RWE Power AG wird zur Zeit eine GeoCAD-Anwendung getestet und eingeführt, die dem Ausleger-Fahrer eines Schaufelradbaggers die Bewegung der Maschine im Gelände anzeigt.
Das im Fahrerhaus installierte System stellt ein vereinfachtes 3D-Modell des Baggers parallel in einer Plankarte und einem 3D-Geländemodell dar.
Auf dem Schaufelrad-Ausleger befindet sich ein System zur Messung von Position und Orientierung aus 2 GPS-Antennen mit Doppel-Empfänger und einem Neigungssensor.
Mittels einiger einmalig bestimmten Maschinen-Aufmessungen wird die Kinematik des Baggers nachvollzogen und der Schaufelrad-Körper im Gelände verfolgt.
Der Fahrer kann die Bildschirmdarstellungen von Planzeichnung und 3D-Modell je nach Bedarf aus fixen und frei speicherbaren Perspektiven wählen.
Visualisierungen
3D Viewer
Der 3D-Viewer ermöglicht beliebige Bewegungen im dreidimensionalen Raum während der Fahrt.
Im 3D-Viewer werden folgende Daten angezeigt:
Digitales Geländemodell
Bagger mit allen relevanten Gelenken und Schaufelrad
Hindernisse
Abstände des Schaufelrads zum Gelände, Hindernissen und Bandstraßen
Lageplan in einer CAD
Anzeige von beliebigen CAD-Lageplänen im DWG-, DXF-, SHP- oder DGN-Format.
Ein- und Ausblenden von digitalen Geländemodellen.
Für einen anstehenden Sohlenwechsel kann der Baggerfahrer mit GeoCAD eigenständig eine von der Tagebau-Planungsabteilung vorgegebene Fahrrampe ins Soll-Gelände einrechnen lassen.
Hierzu genügt es, zwei Punkte aus der Planzeichnung im realen Gelände anzufahren, diese durch Positionieren des Schaufelrades abzustecken und eine Soll-Neigung auszuwählen.
Das Programm berechnet dann den Übergang von einem Geländemodell zu einem zweiten angewählten und fügt beide mit dem für die Rampe berechneten Modell zu einem neuen Soll-Gelände zusammen.
Technischer Ablauf
Die Installation auf dem Bagger umfaßt 2 IPCs, die über eine Netzwerk-Verbindung auf eine gemeinsame DB zugreifen und "in realtime" Daten austauschen.
Somit stellt sich z.B. der eine PC dem anderen als GPS-Empfänger dar und sendet ihm NMEA-Nachrichten; d.h. der reale GPS-Empfänger muss nur an einen der beiden PCs angeschlossen werden.
Unter den Anzeigen für den Baggerfahrer findet sich auch eine zur Signalisierung der GPS-Positionsqualität. Diese wird ständig überwacht.
Derzeitige Weiterentwicklung der Software
Ein weiteres Ziel zum Ausbau dieses Mess-Systems ist es, die Köpfe von Brückenband-Auslegern und Absetzern ebenfalls mit einem GPS-Aufbau und einem zusätzlich montierten 3D-Laserscanner zur Vermessung von Schütt-Oberflächen auszustatten.
Die GPS-Verortung dieser Oberflächen-Daten wird zum Nachführen von Digitalen Geländemodellen genutzt und liefert dann eine Protokollierung von Förder-Volumina bzw. Gruben-Verfüllungsständen.